Mit Erasmus+ nach Spanien
Ein unvergessliches Abenteuer in mehreren Kapiteln / Band 2
Córdoba 2026
Kapitel 1
Vorbereitungen. Der Fokus des diesjährigen Erasmus+-Projekts (KA122-VET) lag auf praktischem Lernen und internationaler Zusammenarbeit. Es sollte den Austausch von Kulturen, Sprachen und Erfahrungen im Rahmen der Europäischen Union fördern.
Dafür kooperierte die Akademie für Kommunikation wie letztes Jahr auch mit der Schule „IES Gran Capitán“ in Córdoba und dem „Casa de la Juventud Planneo Córdoba Jóven“ (Jugendhaus in Córdoba).
Anfang des Jahres flog Helma Gomez, Hauptorganisatorin des Erasmus+-Projekts an der AfK, nach Córdoba um sich dort mit den Partner*innen der Schule und des Casa de la Juventud zu treffen und alles vorzubereiten. Gemeinsam wurden Ideen für Projekte vor Ort entwickelt und in die Wege geleitet. Auch die spanischen Jugendlichen begannen, erste Ideen für das gemeinsame Projekt zu sammeln.
Im November 2025 hatten sich die Interessenten für das Erasmus+-Projekt beworben und insgesamt 10 Schüler*innen aus den Beruflichen Gymnasien, dem kaufmännischen Berufskolleg für Fremdsprachen und dem Berufskolleg für Grafik-Design wurden für das Abenteuer ausgewählt: Helene Durst, Sophie Pauline Erdmann, Yara Haug, Marlène Anne-Sophie Lintz, Maja Jolie Mordhorst, Hanna Müller, Amelie Obst, Luis Shtufi, Daniel Sofariu, Emili Topic-Mazir.
Im Vorfeld bereiteten sich auch diese auf das Thema und die Reise vor, teilweise im Zuge des Seminarkurses 2026. Durch Recherche wurde sich dem Thema genähert, Fragen und Informationen zusammengetragen. Es wurden Interviews mit Fernando Rodriguez (Spanischlehrer an der AfK) und Jorge Castilla (Vorsitzender des „Club español Stuttgart e.V“) geführt. Beide sind selbst Kinder von Gastarbeitern aus Spanien. Desweiteren war die Teilnahme an einem Projekt vom Stuttgarter Stadarchiv in Zusammenarbeit mit dem Lernort Geschichte eine tolle Möglichkeit, das Thema weiter zu vertiefen. Durch eine Ausstellung und eine Führung in Bad Cannstatt erfuhren die Schüler*innen, wie und wo Gastarbeiter lebten. Im Stuttgarter Stadtarchiv konnte Material gesichtet und wertvolle Informationen ausgegraben werden.
Die Autorin Brigitte Malungo kam für eine Lesung an die AfK. Sie lebt in Spanien und ist in Deutschland aufgewachsen. Auch ihre Erfahrungen und Texte bereicherten den Seminarkurs auf eine eigene Art und Weise.
Mit all diesen vielen facettenreichen Informationen entwickelten die Teilnehmenden ein praxisorientiertes Bildungsprojekt, das sich auf das historische und soziale Phänomen der spanischen Gastarbeiter*innen in Deutschland konzentrierte.
Kapitel 2
Die Reise. Im März 2026 war es dann endlich so weit: Am 09.03.2026 bestiegen die 10 AfK-Schüler*innen mit Helma Gomez und Karima Klasen den Flieger Richtung Málaga. Von dort wurde unsere Erasmus+-Gruppe mit dem Bus nach Córdoba gebracht um dort bis zum 20.03.2026 zu leben und zu arbeiten.
Der erste Tag vor Ort wurde zur Orientierung genutzt und um die Stadt, Land und Leute kennenzulernen. Die Erasmus+-Teilnehmer*innen wurden schnell von Córdoba mit der historischen Altstadt und spannenden Geschichte in ihren Bann gezogen. Für viele war es der erste Kontakt mit einer neuen Kultur und Lebensweise. Das bedeutete auch, Sprachbarrieren zu überwinden oder neue Kommunikationsstrategien zu finden. Durch die Notwendigkeit im Alltag vom Spanischen Gebrauch zu machen, erlangten die Jugendlichen immer mehr Sicherheit im Umgang mit der Sprache.
Kapitel 3
Die Arbeit. Die AfK‘ler stellten ihre Projektideen den spanischen Schülern*innen der IES Gran Capitán Córdoba vor und Arbeitsgruppen wurden gebildet.
Das Thema „Spanische Gastarbeiter*innen in den 1950er und 1960er Jahren in Deutschland“ motivierte die spanischen Jugendlichen zur aktiven Teilnahme und Zusammenarbeit, da viele von ihnen Familienangehörige hatten, die als Gastarbeiter in Deutschland lebten und irgendwann in die Heimat zurückkehrten. Aufseiten der Partnerschule unterstützten Herr Marcos Naz (Lehrer), Ana María Rosa (Schülerkoordinatorin) und ein Team aus weiteren spanischen Jugendlichen die AfK‘ler mit vollem Engagement. Sie arbeiteten gemeinsam an den Projektaufgaben, unterstützten die Zusammenarbeit zwischen den Gruppen und trugen somit zum Erfolg des interkulturellen Austauschs bei.
Zentraler Bestandteil der Arbeit waren auch hier Recherche, die Erstellung von Materialien sowie Interviews mit ehemaligen spanischen Gastarbeitern*innen. Diese berichteten authentisch und ehrlich von ihren Arbeits- und Migrationserfahrungen sowohl in Deutschland als auch in Spanien.
Diese Sammlung an Lebensgeschichten zeigt die Vergangenheit und Gegenwart, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zweier Kulturen sowie den Wunsch, den alle Menschen in sich tragen: nämlich, das Beste aus seinem Leben zu machen.
Die Schüler*innen arbeiteten dreisprachig. Dies erwies sich als besonders bereichernd, da alle Sprachen eine zentrale Rolle spielten: Deutsch als Sprache des Aufnahmelandes, Spanisch als Sprache der Herkunft und persönlichen Erinnerung und Englisch als Universalsprache.
Die Teilnehmenden absolvierten ihr Praktikum zur Berufserfahrung bei der Casa de la Juventud unter der Leitung von Rafael Castejón von Laia Marí Muro (Praktikantin). Die Projekte wurden in Zusammenarbeit mit dem Rathaus von Córdoba durchgeführt.
Wir sind sehr dankbar für diese Unterstützung!
Mit dieser Hilfe vor Ort erstellten die AfK‘ler digitale Inhalte und bereiteten eine öffentliche Veranstaltung zur 70-jährigen Erinnerung an die spanische Migration nach Deutschland vor.
Die Ergebnisse und erstellten Materialien wurden gesammelt, analysiert und bei der abschließenden Projektpräsentation vorgestellt. Sie förderten so die Reflexion über die Arbeitsmigration der damaligen Zeit und das interkulturelle Leben und Lernen.
Kapitel 4
Das Event. Die öffentliche interkulturelle Veranstaltung zur 70-jährigen Erinnerung fand am 19.03.2026 im „Centro Cívico de Levante“ statt und es nahmen rund 100 Personen teil. Unsere Erasmus+-Teilnehmenden hatten im Vorfeld Werbematerial erstellt und das Event in der Stadt kommuniziert.
Neben der Vorstellung der Arbeitsergebnisse (Präsentationen, Videos, multimediale Materialien, Podcasts) gab es weitere, von unseren Schüler*innen vorbereitete Programmpunkte wie ein spanisch-deutsches Wörterbingo oder typische Desserts beider Länder.
Ein besonderer Höhepunkt war die Flamenco-Aufführung der Gruppe „Feminas“, die für eine sehr besondere Atmosphäre sorgte.
Natürlich kam auch der persönliche Austausch nicht zu kurz und es wurden bereichernde Gespräche auf spanisch und deutsch geführt.
Spanien und Deutschland feierten an diesem Abend ein verbindendes, schönes Fest über das auch in den lokalen Zeitungen „Cordopolis“ und „Diario de Córoba“ berichtet wurde.
Wir sind sehr stolz darauf, dass das unsere Schüler*innen zusammen mit Helma Gomez, Karima Klasen und den Freunden*innen aus Córdoba möglich gemacht haben. Unser besonderer Dank gilt dem Leiter des Jugenddepartments der Stadt Córdoba, Rafael Castejón, für seine Unterstützung und Zusammenarbeit bei der Organisation des Projekts und der Veranstaltung.
Kapitel 5
Sightseeing und Freizeit. Natürlich durfte eine Besichtigung der Alhambra nicht fehlen! Neben anderen kulturellen Orten besuchten unsere Spanienfahrer*innen die berühmte Stadtburg von Granada. Sie ist ein wichtiger, historischer Ort, der den kulturellen Austausch und die Geschichte in Europa sichtbar macht. So wird Migration nicht nur theoretisch behandelt, sondern durch reale Orte besser verstanden und erlebt.
Der Ausflug war ein besonderes Highlight und faszinierte alle gleichermaßen.
Nach getaner Arbeit gönnte sich die Erasmus+-Gruppe eines abends einen vergnüglichen Bowling-Abend im „Ozone Bowling Córdoba“ und hatte ihren Spaß dabei, in Teams gegeneinander anzutreten.
Kapiel 6
Reflexion. Die 2 Wochen in Spanien waren für alle viel zu schnell vorbei und am 20. März landete das Flugzeug mit den AfK‘lern an Bord wieder in Stuttgart.
Diese sind nun um viele, prägende Erlebnisse reicher und können stolz auf sich sein, bei einem so wichtigen, interkulturellen Projekt mitgewirkt zu haben. Es war eine (arbeits-) intensive Zeit, die aber viel Spaß gemacht und allen eine besondere Erfahrung beschert hat.
Die gemeinsame Arbeit hat die Idee einer europäischen Gemeinschaft gestärkt, die auf Austausch, Respekt und gemeinsamem Lernen basiert.
Das Projekt verdeutlicht, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen europäischen Ländern ist.

